Hinweis:
Wer grundlegende Hilfestellungen oder Erläuterungen zum Thema Gaming wie Risiken, Alterskennzeichen oder Plattformen etc. sucht, findet sehr empfehlenswerte Basisinformationen beim Spieleratgeber NRW von der Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW.
Meine Games-Datenbank zum Thema Trauer und Tod
Weiter unten fidest du eine Tabelle mit Games mit Bezug zu Trauer und Tod, die ich im Laufe der Zeit gesammelt habe.
Es soll eine Orientierung und Hilfestellung bei der Suche nach geeigneten Spielen zum Thema bieten. Zu beachten ist, diese Liste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit und die Angaben sind nach bestem Gewissen eingetragen.
Solltest du falsche Infos finden oder Angaben nicht zustimmen schreib gerne hier in die Kommentare oder mir per Mail an ingo@gameskultur.com.
Du findest zu über 120 Games folgende Infos: Titel, Genre, Jahr, Kurzbeschreibung, Themen, Einordnung in Grief-Game Matrix, Trailer, Länge des Spiels, Altersfreigaben, Sprachen, Plattformen, Entwickler und Steam-Bewertung.
Erläuterungen zur Grief-Game Matrix

Folgende Informationen zu der Grief-Game Matrix habe ich aus dem Buch Video Games and Mental Health ins Deutsche übersetzt. Die digitale Version des Buches aus dem transcript Verlag ist Open Access und somit kostenlos.
Die Grief-Game Matrix ist die Grundlage der Einordnung der Games aus der Liste oben.
Elemente der Trauerdarstellung in Spielen
| Grief Adjacent | Grief Centered | Death Positive | |
|---|---|---|---|
| Schwerwiegender Verlust | x | x | x |
| Verlust beeinflusst das Gameplay | x | x | x |
| Verlust führt zu dauerhaften Veränderungen | x | x | x |
| Kein Versuch, den Verlust zu „reparieren“ | x | x | |
| Normalisiert Trauer und Verlust | x | x | |
| Eindeutige Darstellung von Trauer und Verlust | x | ||
| Soziales Stigma hinterfragen | x |
Was sind Grief Adjacent Games?
„Spiele, die sich mit Trauer befassen, sind solche, bei denen Trauer und Verlust zwar nicht im Mittelpunkt stehen, aber dennoch eine wichtige Rolle im Gameplay und Spielerlebnis spielen. Ein wunderbares Beispiel dafür ist „Animal Crossing: New Leaf“ (Nintendo, 2001). In diesem niedlichen und unterhaltsamen Lebenssimulator lebt der Spieler Seite an Seite mit tierischen Wesen, die oft um einen Gefallen oder eine helfende Hand bitten. In dieser Welt gibt es keinen Tod: Blumen können zertreten, Bäume gefällt und der Spieler kann von Bienen gestochen werden, aber sterben kann er nicht. Trotzdem kann das Spiel starke Gefühle von Verlust und Trauer hervorrufen. Die tierischen Nachbarn, mit denen der Spieler Freundschaft geschlossen hat, können wegziehen – manchmal ohne ein Wort. Diese NPCs können ohne Vorwarnung verschwinden und lediglich einen Brief zurücklassen, in dem sie ihre Entscheidung erklären. Der Verlust eines geliebten digitalen Tieres ist wichtig, auch wenn es kein Tod ist, und er kann den Spieler emotional berühren. Es ist mehr als nur Traurigkeit; es ist das Gefühl der Abwesenheit und die Erkenntnis, dass sich die Welt für immer und unwiderruflich verändert hat.“
(Video Games and Mental Health, Seite 104)
Was sind Grief Centered Games?
„Bei trauerzentrierten Spielen stehen Trauer und Verlust im Mittelpunkt der Handlung, der Spielmechanik oder der Umgebung.[…] Spiele, in denen Trauer eine zentrale Rolle spielt, können sehr emotional sein. Diese Wirkung wird jedoch durch die Direktheit – oder das Fehlen derselben – des Trauerthemas etwas abgeschwächt. Diese Art von Spielen tendiert oft zur Abstraktion oder zur künstlerischen Interpretation. Sie stützen sich in der Regel stark auf Symbolik oder Metaphern. Dadurch verschaffen sie den Spielern die nötige Distanz, um schwerwiegende Inhalte zu verarbeiten, ohne davon überwältigt zu werden, und ermöglichen es ihnen, der Trauer nicht direkt ins Auge sehen zu müssen. Sie sind ein fantastischer Ausgangspunkt, um Trauer zu erforschen und sinnvolle Gespräche über Tod und Verlust anzuregen.“
(Video Games and Mental Health, Seite 104-105)
Was sind Death Positive Games?
„Das sind Spiele, die sich klar und eindeutig mit Trauer und Verlust befassen und als „tod-positiv“ betrachtet werden können. Die Bewegung vertritt die Ansicht, dass die Kultur des Schweigens rund um Tod und Sterben schädlich ist und durch „Diskussion, Zusammenkunft, Kunst, Innovation und Wissenschaft“ durchbrochen werden sollte (The Order of the Good Death, 2023). Daher sind tod-positive Spiele solche, die die umfassendere, komplexere Natur und die Auswirkungen von Tod, Verlust und Trauer direkt anerkennen. Todespositiv zu sein, schafft Raum für Spieler:innen, Trauer als natürlichen Teil der Verlustbewältigung zu erforschen. Sie brechen mit dem Tabu, über Tod und Sterben zu sprechen, normalisieren die Auseinandersetzung mit dem Tod und Trauergefühlen und geben den Trauernden eine Stimme und Sichtbarkeit – eine Perspektive, die historisch ignoriert wurde.“
(Video Games and Mental Health, Seite 105)
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